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	<title>MAURICIO BUSTAMANTE</title>
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		<title>Die Insel der Glückseligen</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Apr 2012 22:05:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mauricio</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nirgendwo sind sie erwünscht, die Roma. Überall werden sie vertrieben oder ignoriert. Überall? Nein, Hinz&#38;Kunzt hat 50 Männer und Frauen aus Rumänien aufgenommen, und das Straßenmagazin fiftyfifty im Rhein-Ruhr-Gebiet sogar 700. In Düsseldorf haben inzwischen 25 Familien eine Wohnung bekommen und eine zweite Heimat. „Ein bisschen ist das hier wie eine Insel der Glückseligen“, sagt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nirgendwo sind sie erwünscht, die Roma. Überall werden sie vertrieben oder ignoriert. Überall? Nein, Hinz&amp;Kunzt hat 50 Männer und Frauen aus Rumänien aufgenommen, und das Straßenmagazin fiftyfifty im Rhein-Ruhr-Gebiet sogar 700. In Düsseldorf haben inzwischen 25 Familien eine Wohnung bekommen und eine zweite Heimat. „Ein bisschen ist das hier wie eine Insel der Glückseligen“, sagt Hubert Ostendorf von fiftyfifty. Birgit Müller (Text) und Mauricio Bustamante (Fotos) waren in Düsseldorf zu Besuch.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img class="alignnone" src="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000x2TuHdYrv9E/s/600/600/B102491.jpg" alt="" width="600" height="399" /></p>
<p><img src="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000hgzNk5z3CtQ/s/600/600/B102311.jpg" alt="" width="600" height="399" /></p>
<p>Der Wohnzimmertisch biegt sich förmlich unter den vielen Tellern: Käse, Wurst, Brot, Oliven, gebratene Eier. Nein zum Essen zu sagen, kommt gar nicht in Frage. Hubert Ostendorf hat uns hergebracht, der Mitbegründer des Straßenmagazins und Projektes fiftyfifty. Und wir sind Gäste: bei Ana und Bobi, bei Claudia, bei Remus und Monica. Sie kommen aus einem Dorf in Rumänien, sind Roma und leben seit zwei Jahren in Düsseldorf. „Wer kriminell wird, der muss doch blöd sein“, sagt Remus gerade vehement. „Leute gibt es, die hauen einem Mann auf den Kopf – für 100 Euro. Und dann? Das Geld ist schnell wieder weg, der Mann ist kaputt. Und du selbst landest im Gefängnis.“ Für den 31-Jährigen kommt das gar nicht in Frage. „Ich will mit meiner Familie zusammenleben“, sagt er. „Ich will meine Kinder aufwachsen sehen.“ Trotzdem, so leicht ist das nicht. Er hat eine Frau, drei Kinder. Seine Eltern. Arbeit hatte er nicht. In Rumänien schon gar nicht. Da konnte er sich von seiner Hände Arbeit nicht ernähren, geschweige denn, dass er dort regelmäßige Arbeit gehabt hätte. Jetzt geht es ihm gut, sehr gut sogar. Seine Familie gehört zu denen, die eine Wohnung bekommen haben. „Endlich“, so sagt Bobi, „haben wir eine richtige Arbeit.“ Denn als solche sieht der 32-Jährige den Zeitungsverkauf. „Das ist eine Einnahme, auf die wir uns verlassen können.“ Ganz anders als in Rumänien, in dem Dorf, aus dem er und die anderen, die wir kennenlernen, stammen. „Es war schrecklich“, sagt Ana. „Es gab Tage, an denen wir nichts zu essen hatten.“ Dass das geklappt hat, ist Hubert und seinem Team zu verdanken. Angefangen hat alles 2009. Hubert lernte im Park Roma kennen. „Sie übernachteten dort“, sagt er. „Und das mit Kindern! Ich fand das unerträglich.“ Natürlich wurde auch bei fiftyfifty diskutiert, ob man ihnen einen Verkaufsausweis ausstellen sollte. Roma sind – wie bei Hinz&amp;Kunzt auch – nicht die typische Zielgruppe, fiftyfifty ist ebenfalls ein Straßenmagazin für Obdachlose. Aber die Kollegen entschlossen sich, den Roma zu helfen. Aus politischen und aus humanitären Gründen, aber vor allem, weil das Schicksal der Menschen ihnen zu Herzen ging. Denn Hubert und sein Team lernten immer mehr persönlich kennen. Da war zum Beispiel Claudia, die verzweifelt war: Ihre kleine Tochter Andra (damals neun Monate alt) war schwer herzkrank. Hubert zog einen Kinderkardiologen zurate. Dass er diesen direkten Draht hat, liegt an der Galerie: fiftyfifty ist nicht nur ein Straßenmagazin, sondern auch ein Kunsthaus: Wer Zeitungen abholt, geht vorbei an Werken von Jörg Immendorff, von Thomas Struth und Candida Höfer, einige Bilder gehen für um die 20.000 Euro über den Tresen. Die Kunden, die in Sachen Kunst ein- und ausgehen, sind Ärzte, Rechtsanwälte, Kaufleute – die Besserverdienenden der Stadt, Menschen, die nicht nur Geld haben, sondern auch ein soziales Gewissen. Der Kinderkardiologe bestätigte Claudias Befürchtungen: Das Kind hatte ein Loch in der Herzscheidewand. Ohne Operation würde das Kind garantiert sterben, mit Operation hätte es gute Überlebenschancen. Hubert war sich sicher, dass seine Spender die Operation bezahlen würden. „Wir hatten schon ähnliche Fälle“, sagt er, „das haben wir immer gewuppt.“ Andras Familie entschloss sich, der Operation zuzustimmen. Vorher sollte Andra allerdings getauft werden. „Die meisten Roma, die ich kenne, sind sehr gläubig“, sagt Hubert. „Ungetauft sollte das Kind, falls etwas passieren sollte, nicht vor Gott treten.“ Taufpate sollte Hubert werden. Es wurde ein Riesenfest: Alle legten zusammen, wie das so üblich ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000eKWcXET4fX4/s/600/600/B102762.jpg"><img class="alignnone" src="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000eKWcXET4fX4/s/600/600/B102762.jpg" alt="" width="598" height="899" /></a></p>
<p><a href="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000fcDrHo4Vu2E/s/600/600/B102371.jpg"><img src="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000fcDrHo4Vu2E/s/600/600/B102371.jpg" alt="" width="600" height="399" /></a><br />
Monica, die Frau von Remus, erledigte die Einkäufe und erlebte dabei wieder einmal, „dass Roma immer unter Verdacht stehen“. Eigentlich ist sie es schon gewohnt, dass sie ständig ihren Ausweis zeigen muss. „Auch wenn derselbe mich gerade erst überprüft hat“, sagt die 24-Jährige. „Im Laden soll ich ständig meine Tasche zeigen, obwohl ich nichts weggenommen habe.“ Bislang hat sie das immer hinuntergeschluckt, sich weggeduckt. Aber jetzt, als fiftyfifty-Verkäuferin, lässt sie sich nicht mehr alles gefallen. Bei dem Großeinkauf schob sie bergeweise Waren zur Kasse, legte sie aufs Förderband und bezahlte. Plötzlich sei ein Hausdetektiv gekommen, sagt sie, und habe sie bezichtigt, ein Haarband gestohlen zu haben. „Sie glauben doch nicht, dass ich hier einen Rieseneinkauf mache und dann ein Haarband für zwei Euro klaue?“, habe sie damals wütend gesagt und ihm triumphierend die Quittung unter die Nase gehalten. Seitdem habe sie beschlossen. „Ich mache meine Tasche nicht mehr auf für einen Hausdetektiv, weil er meint, mit mir könne er das machen. Ich bestehe sofort darauf, dass die Polizei geholt wird.“ Dass Monica selbstbewusster geworden ist, liegt vermutlich auch daran, dass sich ihr Leben drastisch verändert hat. Sie muss nicht mehr herumirren oder im Park schlafen, sie hat eine Arbeit und eine Wohnung. Ursprünglich wollte fiftyfifty die Familien übrigens in ganz normalen Mietshäusern unterbringen, es sollten keine Gettos entstehen. Durch das Zusammenleben sollten sich die deutschen und rumänischen Nachbarn schneller kennenlernen. Nicht immer eine gute Idee: „Die meisten Roma-Familien haben viele Kinder – und viel Besuch“, sagt Hubert nüchtern. „Das passt einfach nicht mit den Lebensformen in einem ‚normalen‘ Mietshaus zusammen.“ Jetzt leben viele Familien in einem Haus. Jede in einer Vierzimmerwohnung. Finanzieren können sich die Familien so: Die Eltern bekommen die Erlaubnis, je zehn Hefte pro Tag zu verkaufen. „Die Begrenzung auf zehn Hefte soll dazu beitragen, dass keine Hefte an andere unter der Hand weitergegeben werden“, sagt Hubert. Außerdem bekommt eine Familie von den Franziskanern Lebensmittel im Wert von etwa 100 Euro im Monat. Diese Einnahmen bescheinigt fiftyfifty gegenüber der Behörde, die Familien bekommen dazu Wohngeld. Anrecht auf Hartz IV oder eine Erstausstattung haben sie nicht. Deswegen übernimmt das Projekt die Erstausstattung: Die Möbel kommen fast alle aus dem eigenen Lager, dazu Herd und Waschmaschine – und die erste Miete. „So verschaffen wir den Familien erst mal Luft“, sagt Hubert Ostendorf. „Dann müssen sie aber selbst klarkommen.“ Weil es aber so viele Menschen aus Südosteuropa nach Düsseldorf verschlagen hat, hat fiftyfifty inzwischen eine eigene Beratungsstelle aufgemacht – „mit bescheidener Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen“. East-West heißt das Projekt mit drei Sozialarbeitern. Jeder ist willkommen, Deutsche und Nicht-Deutsche. An zwei Vormittagen in der Woche übersetzen zwei rumänische fiftyfifty-Verkäufer auf Teilzeitbasis für ihre Landsleute.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img class="alignnone" src="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000z7Zoxo6o3Aw/s/600/600/B102719.jpg" alt="" width="600" height="399" /></p>
<p><a href="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000ti05rclnSGI/s/600/600/B102577.jpg"><img class="alignnone" src="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000ti05rclnSGI/s/600/600/B102577.jpg" alt="" width="600" height="399" /></a><br />
Richtige Herzensangelegenheit von Hubert: dass die Kinder regelmäßig in die Schule gehen und somit wirklich eine Chance auf ein besseres Leben haben. Bobi und Ana, Claudia, die meisten, die wir kennenlernen, sind selbst höchstens acht Jahre in die Schule gegangen. Die Erinnerung an diese Zeit ist oft nicht die beste. Was vielleicht daran liegt, dass es so gut wie keine Lehrer gibt, die selbst Roma sind. Und dass es auch so gut wie keine Lehrer in Rumänien gibt, die freiwillig in einem Romadorf unterrichten wollen. „Die meisten Lehrer waren dorthin zwangsversetzt worden“, sagt Hubert. Man kann sich vorstellen, wie das Verhältnis war. Ehrlicherweise muss man sagen, dass die Schule im Leben der Roma nicht gerade die Hauptrolle spielte. Aus ganz unterschiedlichen Gründen: dass man den Lehrern misstraute, dass man sich gedemütigt fühlte und Besseres mit seiner Zeit anzufangen wusste – oder auch aus ganz praktischen Gründen: „Die Kinder wachsen so schnell, manchmal hatte eines meiner Kinder zum Beispiel keine Schuhe mehr, da habe ich es zu Hause gelassen“, erzählt uns eine Frau. „Was sollte ich denn auch sonst tun?“ Hubert betreut die Kinder in Sachen Schule deshalb engmaschig – und die Eltern. Denn die mochten sich erst gar nicht mit dem Thema Schule auseinandersetzen, wollten nicht zum Elternabend gehen. Hubert organisierte deshalb einen Elternabend, ging selbst mit und dolmetschte. (Er hat nämlich inzwischen Rumänisch gelernt!) Für die Eltern war der Schulbesuch ein bizarres Erlebnis. Sie hatten erwartet, dass sie von den Lehrern irgendwie heruntergeputzt würden, so kannten sie das eben aus der Vergangenheit. Stattdessen erzählten ihnen die Lehrer in der Düsseldorfer Schule ganz andere Dinge: „Zum ersten Mal hörten sie wahre Wunderdinge über ihre Kinder: dass sie Fortschritte machen würden, dass sie schon gut deutsch sprächen und sich immer mehr am Unterricht beteiligten“, sagt Hubert. Ein Grund dafür: Er hat für die Kinder Mentoren organisiert. Die machen mit ihnen Hausaufgaben und üben die deutsche Sprache.</p>
<p><a href="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000brFhOXZ7DJ0/s/600/600/B102453.jpg"><img src="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000brFhOXZ7DJ0/s/600/600/B102453.jpg" alt="" width="575" height="863" /></a></p>
<p><a href="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I00004B6IaK6Fu7A/s/600/600/B102639.jpg"><img src="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I00004B6IaK6Fu7A/s/600/600/B102639.jpg" alt="" width="582" height="880" /></a><br />
Aber natürlich ist die Welt auch in Düsseldorf nicht immer in Ordnung. Die Stammverkäuferschaft bestand vorher aus 250 Menschen, jetzt kamen mal eben 700 im ganzen Verkaufsgebiet dazu. Die meisten eingesessenen Verkäufer sind allein, ihre Familie hat sie fallen gelassen, viele sind alkoholkrank oder ansonsten gesundheitlich angeschlagen. Die Neuen dagegen sprechen zwar nicht gut deutsch, sind aber unglaublich leistungsstark und leben ganz eng mit ihrer Familie zusammen. Kein Wunder, dass sich viele von den Alteingesessenen an den Rand gedrückt fühlen und neidisch sind. Zahlenmäßig ist das Projekt jetzt an seine Grenzen gekommen: fiftyfifty nimmt derzeit keine Roma mehr auf. „Wir können diesen umfassenden Betreuungsansatz nicht mehr bewerkstelligen“, sagt Hubert. „Und auf dem Wohnungsmarkt gibt es keine Wohnungen mehr.“ Fast trotzig sagt Hubert über Claudia und Andra, Remus und Monica, Ana und Bobi: „Sie sind jetzt Düsseldorfer wie du und ich.“ Auch wenn er weiß, dass das erst wirklich im Jahr 2014 der Fall sein wird. Dann nämlich sind Rumänien und Bulgarien vollwertige Mitglieder der EU – und dann erst herrscht volle Freizügigkeit. Und nach wie vor ist der Alltag von Erlebnissen wie diesen geprägt: Huberts Patenkind Andra wurde neulich von der Polizei gestoppt, weil sie mit einem auffällig hübschen Fahrrad umherfuhr. „Die Polizei dachte, das könnte ja nur gestohlen sein“, sagt Hubert. „War es aber nicht, das hatte sie von meinem Sohn geschenkt bekommen.“ Seitdem ist der kleine Fahrrad-Fuhrpark, der vor der Tür steht, mit kleinen Schenkungsurkunden versehen – damit jeder sehen kann, woher sie kommen.</p>
<p><a href="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000qYM1zGo.RzY/s/600/600/B102231.jpg"><img src="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000qYM1zGo.RzY/s/600/600/B102231.jpg" alt="" width="600" height="399" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img src="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000wo839uJ7QKI/s/600/600/B102803.jpg" alt="" width="600" height="399" /><br />
Apropos Andra. Nach dem großen Tauffest damals sollte sie ja operiert waren, aber die Operation fiel aus. Das Loch im Herzen war nicht mehr zu sehen – weg. „Das gibt es manchmal“, habe der Arzt erklärt. „Aber es war schon ungewöhnlich“, sagt Hubert. Für Claudia und die anderen war die spontane Heilung von Andra mehr: ein Wunder. Aber eines, das sie sich gut erklären konnten. Zwischen Paten und Patenkindern bestehe eine enge Verbindung, sagt Andras Mutter Claudia. „Die guten Energien von Hubert haben sich auf Andra übertragen. Es war Huberts Liebe, die sie gerettet hat.“</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Aus der Tonne auf den Tisch</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 11:47:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mauricio</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kersten Reinke holt sein Essen beim Supermarkt. Aber nicht aus dem Regal, sondern nach Ladenschluss aus dem Abfallcontainer. Dass er dabei Geld spart, ist ihm nicht so wichtig – er will vor allem ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung setzen. Es ist kurz vor 23 Uhr, als Kersten Reinke sich auf sein Rad schwingt, um für die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kersten Reinke holt sein Essen beim Supermarkt. Aber nicht aus dem Regal, sondern nach Ladenschluss aus dem Abfallcontainer. Dass er dabei Geld spart, ist ihm nicht so wichtig – er will vor allem ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung setzen.</p>
<p><a href="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000HY2ZRazPQkU/s/750/750/B101243-120.jpg"><img class="alignnone" src="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000HY2ZRazPQkU/s/750/750/B101243-120.jpg" alt="" width="577" height="563" /></a></p>
<p><img src="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000rSo43mBW9J4/s/750/750/B107874.jpg" alt="" width="580" height="383" /><br />
<strong>Es ist kurz vor 23 Uhr,</strong> als Kersten Reinke sich auf sein Rad schwingt, um für die nächsten Tage Lebensmittel zu holen. Ein eisiger Wind jagt Wolkenfetzen über den Himmel, die Straßen irgendwo im Hamburger Osten sind nass vom Regen. Kein Mensch ist unterwegs, die Häuser sind dunkel. Aber Kersten Reinke braucht keinen geöffneten Laden, um an sein Essen zu kommen. Denn der 53-Jährige geht nicht einkaufen, er geht „containern“. Er holt weggeworfene, aber noch essbare Lebensmittel aus den Mülltonnen der großen Supermärkte. „Es hat jedes Mal ein bisschen was von Abenteuer“, sagt er, während er seine Fahrradtaschen befestigt und seinen Rucksack aufsetzt. „So Jäger und Sammler.“<br />
<strong></strong></p>
<p><img class="alignnone" src="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I00002ar3X8YCPT8/s/750/750/B107881.jpg" alt="" width="578" height="870" /></p>
<p><img class="alignnone" src="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000CQCzYeVCXyY/s/750/750/B107994.jpg" alt="" width="578" height="871" /></p>
<p><strong>220 Millionen Tonnen Lebensmittel,</strong> so schätzt die Welternährungsorganisation FAO, werden Jahr für Jahr in den Industriestaaten weggeworfen, allein 20 Millionen Tonnen in Deutschland. Eine unvorstellbare Menge. Sie entspricht etwa 130 Mal dem Gewicht des Kreuzfahrtschiffes „Queen Mary 2“. Und das meiste wird nicht einmal weggeworfen, weil es verdorben ist, sondern weil die Supermärkte wie Designerläden aussehen wollen: Blitzende Äpfel, glänzende Auberginen. Außerdem kaufen die Märkte oft zu viel ein, um stets volle Regale bieten zu können – und es kommen nur Waren ins Regal, bei denen das Mindesthaltbarkeitsdatum noch nicht abgelaufen ist. Dabei sagt sogar das Bundesministerium für Verbraucherschutz, dass dieses Datum nichts mit der Essbarkeit zu tun hat … Lesen Sie weiter in der Hinz&amp;Kunzt-Februarausgabe</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img src="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000._ISsbyo3Mw/s/750/750/B107894.jpg" alt="" width="580" height="383" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Text: Hanning Voigts<br />
Foto: <a href="http://www.mauriciobustamante.com/" target="_blank">Mauricio Bustamante</a></p>
<p>(aus <a href="http://www.hinzundkunzt.de/archiv/aus-der-tonne-auf-den-tisch/">Hinz&amp;Kunzt</a> 228/Februar 2012)</p>
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		<title>Es ist kalt!</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 16:06:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mauricio</dc:creator>
				<category><![CDATA[2 HINZ & KUNZT]]></category>
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		<category><![CDATA[Sozial]]></category>
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		<description><![CDATA[Auch wenn zurzeit noch kein Obdachloser abgewiesen wird, ist die Kapazität des städtischen Winternotprogramms erschöpft. Auch Tagesaufenthaltsstellen stoßen an ihre Grenzen. Wer Tage und Nächte auf der Straße verbringt, droht zu erfrieren. &#160; &#160; Der Sonnenschein ist trügerisch: Seit einigen Tagen herrschen eisige Temperaturen in der Stadt. Das trifft vor allem die Hamburger, die kein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Auch wenn zurzeit noch kein Obdachloser abgewiesen wird, ist die Kapazität des städtischen Winternotprogramms erschöpft. Auch Tagesaufenthaltsstellen stoßen an ihre Grenzen. Wer Tage und Nächte auf der Straße verbringt, droht zu erfrieren.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000VZFwNY_emgs/s/750/750/obdachlose-100.jpg"><img class="alignnone" src="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000VZFwNY_emgs/s/750/750/obdachlose-100.jpg" alt="" width="580" height="385" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong></strong><strong>Der Sonnenschein</strong> ist trügerisch: Seit einigen Tagen herrschen eisige Temperaturen in der Stadt. Das trifft vor allem die Hamburger, die kein eigenes Dach über dem Kopf haben. Bei manchmal zweistelligen Minusgraden besteht für Menschen, die die Nacht und den größten Teil des Tages draußen verbringen, Lebensgefahr – zumal sie vom Leben auf der Straße oft in schlechter körperlicher Verfassung sind.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000du0chQ38yUQ/s/750/750/obdachlose-106.jpg"><img class="alignnone" src="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000du0chQ38yUQ/s/750/750/obdachlose-106.jpg" alt="" width="582" height="387" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Stadt Hamburg stellt</strong> mit rund 350 Plätzen im sogenannten Winternotprogramm mehr zusätzliche Betten zur Verfügung als je zuvor. 82 Plätze in Wohncontainern im ganzen Stadtgebiet sind bereits seit Anfang November belegt, auch die 40 Plätze in einem ehemaligen Altenheim in Ottensen sind längst besetzt. 230 Betten bietet die Notschlafstelle in der Spaldingstraße, die von Beginn an gut ausgelastet war, und jetzt an ihre Kapazitätsgrenzen stößt.  Unterkunftsleiter Thomas Müller sagte zu Hinz&amp;Kunzt: „Ja, es ist relativ voll bei uns.“ Es gäbe eine Fluktuation von „zehn bis 15 Personen“ am Tag. Für wen abends kein Bett mehr zur Verfügung stehe, den verweise man an die Bahnhofsmission.</p>
<p><img class="alignnone" src="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000lre_P_2Gt80/s/750/750/Sozialarbeiter32.jpg" alt="" width="580" height="385" /></p>
<p>Text: Beatrice Blank<br />
Foto: Mauricio Bustamante</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>01. Februar 2012 | Hinz und Kunzt</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>U 3</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Jan 2012 21:58:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mauricio</dc:creator>
				<category><![CDATA[3 HAMBURG]]></category>
		<category><![CDATA[PRIMERA PLANA]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; &#160; Wenn die Hamburger U-Bahn U3 kurz hinter dem Rathaus aus ihrem dunklen Tunnel auftaucht, wird der Blick frei für die bekanntesten Touristenattraktionen der Stadt. Auf der historischen Stahlkonstruktion fahren die Züge über Straßen und Fleete am Michel, der Speicherstadt, dem Hafen und den Landungsbrücken vorbei. Die Strecke am Hafen ist Teil der ersten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000D05EVX2wzi4/s/750/750/HH-Sightseeing-10.jpg" alt="" width="580" height="383" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wenn die Hamburger U-Bahn U3 kurz hinter dem Rathaus aus ihrem dunklen Tunnel auftaucht, wird der Blick frei für die bekanntesten Touristenattraktionen der Stadt. Auf der historischen Stahlkonstruktion fahren die Züge über Straßen und Fleete am Michel, der Speicherstadt, dem Hafen und den Landungsbrücken vorbei. Die Strecke am Hafen ist Teil der ersten Hamburger U-Bahn-Linie rund um die Alster. Vor 100 Jahren wurde der &#8220;Barmbeker Ring&#8221; eröffnet &#8211; für Hamburg-Fans die schönste U-Bahn-Strecke Europas&#8230;.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><img src="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000koB1zugzg28/s/750/750/HH-Sightseeing-13.jpg" alt="" width="580" height="383" /><p class="wp-caption-text">Landungsbrücke</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Ringlinie wurde zwischen 1906 und 1912 gebaut, hatte damals bereits eine Länge von 28 Kilometer Strecke und bediente 23 Haltestellen..Die Linie U3 der Hamburger U-Bahn führt als Ringlinie durch das Zentrum der Stadt. Der Fahrbetrieb findet in beiden Richtungen des Rings statt, also sowohl von Wandsbek-Gartenstadt über Barmbek und den Ring wieder nach Barmbek als auch in die Gegenrichtung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img src="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I00004VgNkKrR7f0/s/750/750/HH-Sightseeing-15.jpg" alt="" width="580" height="383" /></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Unzertrennlich</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Jan 2012 12:41:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mauricio</dc:creator>
				<category><![CDATA[4 PORTRAITS]]></category>
		<category><![CDATA[Lebenslinien]]></category>
		<category><![CDATA[Hinz und Kunzt]]></category>
		<category><![CDATA[Hinz&Kunztler]]></category>

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		<description><![CDATA[Fast jeder hütet ein Kleidungsstück fuers Leben – und sei es noch so abgewetzt. Mauricio Bustamante hat Menschen in ihren Lieblingsstücken fotografiert Kunststück: Peters Zwirn mit Kellnerfliege „Dieser Anzug ist mein Heiligtum“, sagt Peter. Vom Hinz&#38;Kunzt- Verkauf hat er Geld gespart und den Dreiteiler günstig in einem Kaufhaus erstanden. Nur die passende Fliege gab es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fast jeder hütet ein Kleidungsstück fuers Leben – und sei es noch so abgewetzt. Mauricio Bustamante hat Menschen in ihren Lieblingsstücken fotografiert</p>
<p><a href="http://mauriciobustamante.photoshelter.com/gallery-image/Unzertrennlich/G0000NZ4J87fDHIU/I000077_wqTvoPfA"><img src="http://www.photoshelter.com/img-get/I000077_wqTvoPfA/s/480/718/HK80642.jpg" alt="KunststÃ¼ck: Peters Zwirn mit Kellnerf liege. ,,Dieser.Anzug ist mein Heiligtum&quot;, sagt Peter. Vom Hinz&amp;Kunzt-.Verkauf hat er Geld gespart und den Dreiteiler gÃ¼nstig in.einem Kaufhaus erstanden. Nur die passende Fliege gab es.da nicht. Die kaufte der 55-JÃ¤hrige in einem FachgeschÃ¤ft.fÃ¼r Berufsbekleidung. Tanzen ist schon seit 40 Jahren Peters.groÃ�e Leidenschaft - bis in die zweithÃ¶chste Amateurklasse.hat er es geschafft. Auf der StraÃ�e habe er GenÃ¼gsamkeit.gelernt, sagt er: ,,Ich kann auf vieles verzichten.&quot; Nur nicht.auf das GlÃ¼ck, eine Frau im Arm zu halten und mit ihr im.Slow Foxtrott Ã¼bers Parkett zu schweben. Und selbst wenn.Peter gerade nicht tanzt: Sein Anzug macht Ã¼berall einen.TÃ¤nzer aus ihm. (Mauricio Bustamante)" width="480" border="0" /></a></p>
<p>Kunststück: Peters Zwirn mit Kellnerfliege</p>
<p>„Dieser Anzug ist mein Heiligtum“, sagt Peter. Vom Hinz&amp;Kunzt-<br />
Verkauf hat er Geld gespart und den Dreiteiler günstig in<br />
einem Kaufhaus erstanden. Nur die passende Fliege gab es<br />
da nicht. Die kaufte der 55-Jährige in einem Fachgeschäft<br />
für Berufsbekleidung. Tanzen ist schon seit 40 Jahren Peters<br />
große Leidenschaft – bis in die zweithöchste Amateurklasse<br />
hat er es geschafft. Auf der Straße habe er Genügsamkeit<br />
gelernt, sagt er: „Ich kann auf vieles verzichten.“ Nur nicht<br />
auf das Glück, eine Frau im Arm zu halten und mit ihr im<br />
Slow Foxtrott übers Parkett zu schweben. Und selbst wenn<br />
Peter gerade nicht tanzt: Sein Anzug macht überall einen<br />
Tänzer aus ihm.</p>
<p><a href="http://mauriciobustamante.photoshelter.com/gallery-image/Unzertrennlich/G0000NZ4J87fDHIU/I0000aaPgLX8T4oE"><img src="http://www.photoshelter.com/img-get/I0000aaPgLX8T4oE/s/480/717/LieblingKlamoten-109.jpg" alt="MeisterstÃ¼ck: Gerrits warme Lederjacke. Regenschutz,.Kopfkissen, Hundedecke - das alles ist Gerrit Keitels.Lederjacke fÃ¼r ihn und seine HÃ¼ndin Nic. ,,LÃ¤nger und.weiter hat mich nichts begleitet&quot;, sagt der 33-JÃ¤hrige..,,Einen Tag nach meinem 18. Geburtstag hab ich sie secondhand.in Amsterdam gekauft. Eine echte MÃ¤nnerjacke - sieht.man ja. Richtig schwer ist sie auch. Wer trotzdem versucht,.sie mir abzunehmen, kriegt ein Problem mit mir.&quot; (Mauricio Bustamante)" width="480" border="0" /></a></p>
<p>Meisterstück: Gerrits warme Lederjacke</p>
<p>Regenschutz, Kopfkissen, Hundedecke – das alles ist Gerrit Keitels<br />
Lederjacke für ihn und seine Hündin Nic. „Länger und<br />
weiter hat mich nichts begleitet“, sagt der 33-Jährige.<br />
„Einen Tag nach meinem 18. Geburtstag hab ich sie secondhand<br />
in Amsterdam gekauft. Eine echte Männerjacke – sieht<br />
man ja. Richtig schwer ist sie auch. Wer trotzdem versucht,<br />
sie mir abzunehmen, kriegt ein Problem mit mir.“</p>
<p><a href="http://mauriciobustamante.photoshelter.com/gallery-image/Unzertrennlich/G0000NZ4J87fDHIU/I000014mMtgMVpKk"><img src="http://www.photoshelter.com/img-get/I000014mMtgMVpKk/s/480/717/LieblingKlamoten-117.jpg" alt="ErinnerungsstÃ¼ck: Torstens FuÃ�balltrikot. Kopenhagen.2007. Bei der FuÃ�ball-WM der Wohnungslosen kassiert das.deutsche Team eine grausame Abfuhr: Das Match gegen.Brasilien verliert die Mannschaft haushoch. StÃ¼rmer Torsten.Meiners nimmt's nicht allzu schwer. Er nutzt die Minuten.nach dem Abpfiff zum Trikottausch - mit einer Frau..,,Das musst du erst mal hinkriegen&quot;, sagt Torsten. Sein.LieblingsstÃ¼ck ist seitdem das blaue Shirt von Michele da.Silva, der besten Spielerin des Turniers. FÃ¼r den 44-JÃ¤hrigen.mehr als ein Souvenir: ,,Das Trikot ist fÃ¼r mich ein Symbol.fÃ¼r dieses Erlebnis ,Homeless World Cup'- sportlich, emotional.und ein echter HÃ¶hepunkt in meinem Leben.&quot; (Mauricio Bustamante)" width="480" border="0" /></a></p>
<p>Erinnerungsstück: Torstens Fußballtrikot</p>
<p>Kopenhagen 2007. Bei der Fußball-WM der Wohnungslosen kassiert das<br />
deutsche Team eine grausame Abfuhr: Das Match gegen<br />
Brasilien verliert die Mannschaft haushoch. Stürmer Torsten<br />
Meiners nimmt’s nicht allzu schwer. Er nutzt die Minuten<br />
nach dem Abpfiff zum Trikottausch – mit einer Frau.<br />
„Das musst du erst mal hinkriegen“, sagt Torsten. Sein<br />
Lieblingsstück ist seitdem das blaue Shirt von Michele da<br />
Silva, der besten Spielerin des Turniers. Für den 44-Jährigen<br />
mehr als ein Souvenir: „Das Trikot ist für mich ein Symbol<br />
für dieses Erlebnis ,Homeless World Cup‘– sportlich, emotional<br />
und ein echter Höhepunkt in meinem Leben.“</p>
<p><a href="http://mauriciobustamante.photoshelter.com/gallery-image/Unzertrennlich/G0000NZ4J87fDHIU/I00004al0pQW8xbU"><img src="http://www.photoshelter.com/img-get/I00004al0pQW8xbU/s/480/717/HK80656.jpg" alt="ErbstÃ¼ck: Peter Stapelfeldts Arbeitsweste. Eigentlich ist.die Weste ganz unscheinbar, eine Arbeitsweste eben, auÃ�en.Leder, innen Fell. Aber fÃ¼r Peter Stapelfeldt ist sie mehr.als nur ein LieblingsstÃ¼ck. Sie ist ein ErbstÃ¼ck und sein.GlÃ¼cksbringer. ,,Mein Opa hat sie mir kurz vor seinem Tod.geschenkt&quot;, sagt der ehemalige bÃ¼rgernahe Beamte. Seinem.GroÃ�vater hat die Weste sogar das Leben gerettet: Er saÃ�.einmal hoch oben in den Wipfeln eines Baumes, um die Ã�ste.zu beschneiden. ,,Da verlor er plÃ¶tzlich das Gleichgewicht.und fiel&quot;, sagt Peter Stapelfeldt. Aber die Weste verhakte.sich in einem Ast, und der Opa konnte sich wieder fangen..Gerettet! Das hat der Opa nie vergessen: ,,Diese Weste soll.dir immer GlÃ¼ck bringen&quot;, hatte der alte Mann seinem.damals 15-jÃ¤hrigen Enkel gewÃ¼nscht. Stapelfeldt zieht die.Weste seither immer an, wenn er im Garten oder am Haus.arbeitet. Neulich wollte er auf dem Dach etwas reparieren..Da rutschte er aus: ,,Ich wÃ¤r mit Sicherheit vom Dach gefallen,.aber die Weste verhakte sich in der Leiter - und ich war.gerettet.&quot; Aber irgendwie wusste er, dass die Geschichte nur.gut ausgehen konnte. ,,Ich habe das GefÃ¼hl, wenn ich diese.Weste anhabe, kann mir nichts passieren.&quot; (Mauricio Bustamante)" width="480" border="0" /></a></p>
<p>Erbstück: Peter Stapelfeldts Arbeitsweste</p>
<p>Erbstück: Peter Stapelfeldts Arbeitsweste. Eigentlich ist<br />
die Weste ganz unscheinbar, eine Arbeitsweste eben, außen<br />
Leder, innen Fell. Aber für Peter Stapelfeldt ist sie mehr<br />
als nur ein Lieblingsstück. Sie ist ein Erbstück und sein<br />
Glücksbringer. „Mein Opa hat sie mir kurz vor seinem Tod<br />
geschenkt“, sagt der ehemalige bürgernahe Beamte. Seinem<br />
Großvater hat die Weste sogar das Leben gerettet: Er saß<br />
einmal hoch oben in den Wipfeln eines Baumes, um die Äste<br />
zu beschneiden. „Da verlor er plötzlich das Gleichgewicht<br />
und fiel“, sagt Peter Stapelfeldt. Aber die Weste verhakte<br />
sich in einem Ast, und der Opa konnte sich wieder fangen.<br />
Gerettet! Das hat der Opa nie vergessen: „Diese Weste soll<br />
dir immer Glück bringen“, hatte der alte Mann seinem<br />
damals 15-jährigen Enkel gewünscht. Stapelfeldt zieht die<br />
Weste seither immer an, wenn er im Garten oder am Haus<br />
arbeitet. Neulich wollte er auf dem Dach etwas reparieren.<br />
Da rutschte er aus: „Ich wär mit Sicherheit vom Dach gefallen,<br />
aber die Weste verhakte sich in der Leiter – und ich war<br />
gerettet.“ Aber irgendwie wusste er, dass die Geschichte nur<br />
gut ausgehen konnte. „Ich habe das Gefühl, wenn ich diese<br />
Weste anhabe, kann mir nichts passieren.“</p>
<p><a href="http://mauriciobustamante.photoshelter.com/gallery-image/Unzertrennlich/G0000NZ4J87fDHIU/I0000s0D5AXx1qQ4"><img src="http://www.photoshelter.com/img-get/I0000s0D5AXx1qQ4/s/480/717/HK80348.jpg" alt="Ihr Professor hatte.Laura zum Wittgenstein-Kongress ins Ã¶sterreichische.Kirchberg geschickt. Hier lauschte die junge Philosophiestudentin.in den 70er-Jahren nicht nur VortrÃ¤gen, sondern.lernte auch Land und Leute kennen und lieben. ,,Die.Trachten haben mir besonders gut gefallen&quot;, sagt sie. Auf.einem Bauernmarkt stellte sie sich nach ihrem Geschmack.selbst eine zusammen. Einige Teile hat sie bis heute, das.sind ihre absoluten LieblingsstÃ¼cke. Rock und Weste trÃ¤gt.die 60-JÃ¤hrige, wenn sie tanzen geht: ,,Bei griechischer und.internationaler Folklore-Musik kann ich mit jungen MÃ¤dchen.immer noch mithalten.&quot;Laura zum Wittgenstein-Kongress ins Ã¶sterreichische.Kirchberg geschickt. Hier lauschte die junge Philosophiestudentin.in den 70er-Jahren nicht nur VortrÃ¤gen, sondern.lernte auch Land und Leute kennen und lieben. ,,Die.Trachten haben mir besonders gut gefallen&quot;, sagt sie. Auf.einem Bauernmarkt stellte sie sich nach ihrem Geschmack.selbst eine zusammen. Einige Teile hat sie bis heute, das.sind ihre absoluten LieblingsstÃ¼cke. Rock und Weste trÃ¤gt.die 60-JÃ¤hrige, wenn sie tanzen geht: ,,Bei griechischer und.internationaler Folklore-Musik kann ich mit jungen MÃ¤dchen.immer noch mithalten.&quot; (Mauricio Bustamante)" width="480" border="0" /></a></p>
<p>Schmuckstück: Lauras Tiroler Tracht</p>
<p>Ihr Professor hatte Laura zum Wittgenstein-Kongress ins österreichische<br />
Kirchberg geschickt. Hier lauschte die junge Philosophiestudentin<br />
in den 70er-Jahren nicht nur Vorträgen, sondern<br />
lernte auch Land und Leute kennen und lieben. „Die<br />
Trachten haben mir besonders gut gefallen“, sagt sie. Auf<br />
einem Bauernmarkt stellte sie sich nach ihrem Geschmack<br />
selbst eine zusammen. Einige Teile hat sie bis heute, das<br />
sind ihre absoluten Lieblingsstücke. Rock und Weste trägt<br />
die 60-Jährige, wenn sie tanzen geht: „Bei griechischer und<br />
internationaler Folklore-Musik kann ich mit jungen Mädchen<br />
immer noch mithalten.“</p>
<p><a href="http://mauriciobustamante.photoshelter.com/gallery-image/Unzertrennlich/G0000NZ4J87fDHIU/I0000BwjFC7kon7c"><img src="http://www.photoshelter.com/img-get/I0000BwjFC7kon7c/s/480/717/LieblingKlamoten-112.jpg" alt="StrickstÃ¼ck: Erichs malerischer Pullunder. Kunst war fÃ¼r.Erich Heeder schon immer Lebensinhalt, schon als er noch.nicht obdachlos war und noch mit seiner Frau und den.beiden TÃ¶chtern zusammenlebte. ,,Kann man Kunst stricken?&quot;,.fragte er eines Tages sich und vor allem seine Frau..Die war ganz sicher: ,,Und ob das geht!&quot; Die beiden setzten.sich zusammen und entwarfen ein Bild, das verblÃ¼ffend den.Linien und Mustern Ã¤hnelt, die Erich sonst immer auf die.Leinwand bringt. Die Farben: Hellblau, Gelb und Schwarz..Der Pullunder begleitet ihn jetzt schon seit mehr als 20 Jahren..Der 56-JÃ¤hrige trÃ¤gt und liebt ihn, auch wenn andere.finden, dass er lÃ¤ngst nicht mehr in diese Zeit passt. Aber.das stÃ¶rt Erich Heeder nicht weiter. Liebevoll dreht er sein.LieblingsstÃ¼ck auf die linke Seite und streichelt die FÃ¤den,.die dort kreuz und quer laufen. ,,Diese Kunst gerÃ¤t nie aus.der Mode&quot;, sagt er dann. (Mauricio Bustamante)" width="480" border="0" /></a></p>
<p>Strickstück: Erichs malerischer Pullunder</p>
<p>Kunst war für Erich Heeder schon immer Lebensinhalt, schon als er noch<br />
nicht obdachlos war und noch mit seiner Frau und den<br />
beiden Töchtern zusammenlebte. „Kann man Kunst stricken?“,<br />
fragte er eines Tages sich und vor allem seine Frau.<br />
Die war ganz sicher: „Und ob das geht!“ Die beiden setzten<br />
sich zusammen und entwarfen ein Bild, das verblüffend den<br />
Linien und Mustern ähnelt, die Erich sonst immer auf die<br />
Leinwand bringt. Die Farben: Hellblau, Gelb und Schwarz.<br />
Der Pullunder begleitet ihn jetzt schon seit mehr als 20 Jahren.<br />
Der 56-Jährige trägt und liebt ihn, auch wenn andere<br />
finden, dass er längst nicht mehr in diese Zeit passt. Aber<br />
das stört Erich Heeder nicht weiter. Liebevoll dreht er sein<br />
Lieblingsstück auf die linke Seite und streichelt die Fäden,<br />
die dort kreuz und quer laufen. „Diese Kunst gerät nie aus<br />
der Mode“, sagt er dann.</p>
<p>Protokolle: Beatrice Blank, Birgit Müller</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Das Geld hängt an den Bäumen</title>
		<link>http://busta.visualsociety.com/archives/1873</link>
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		<pubDate>Wed, 07 Dec 2011 09:59:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mauricio</dc:creator>
				<category><![CDATA[2 HINZ & KUNZT]]></category>
		<category><![CDATA[3 HAMBURG]]></category>
		<category><![CDATA[PRIMERA PLANA]]></category>

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		<description><![CDATA[Junge Männer ernten in Hamburgs Gärten Äpfel, die sonst vergammeln würden. Der Saft, der aus den Früchten gewonnen und verkauft wird, sichert 20 Arbeitsplätze für Menschen mit Handicap. Alex strahlt, während es um ihn herum Äpfel regnet. Der lange 28-jährige Gärtnergehilfe rüttelt mit einer langen Stange an den Ästen eines knorrigen Apfelbaums, um die reifen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Junge Männer ernten in Hamburgs Gärten Äpfel, die sonst vergammeln würden. Der Saft, der aus den<br />
Früchten gewonnen und verkauft wird, sichert 20 Arbeitsplätze für Menschen mit Handicap.</p>
<p><img src="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000rOLIfatnUzE/s/750/750/B101775.jpg" alt="" width="580" height="874" /></p>
<blockquote><p>Alex strahlt, während es um ihn herum Äpfel regnet.<br />
Der lange 28-jährige Gärtnergehilfe rüttelt<br />
mit einer langen Stange an den Ästen eines knorrigen<br />
Apfelbaums, um die reifen Früchte herunterzuholen.<br />
Etwa 50 Bäume auf einer Streuobstwiese in Curslack warten<br />
darauf, von ihrer Last befreit zu werden. Während Alex rüttelt,<br />
sammelt sein zarter Kollege Simon das duftende Obst anschließend<br />
auf. Prüfend wiegt er jede Frucht in der Hand und<br />
betrachtet sie von allen Seiten, bevor er sie zu den anderen in<br />
den weißen Sammeleimer legt. Äpfel mit Stellen bleiben liegen.<br />
Schließlich soll der Saft auch gut schmecken, der später<br />
in den stylishen Bügelflaschen unter dem Label „Das Geld<br />
hängt an den Bäumen“ verkauft wird.</p>
<p>Fünf Männer zwischen 19 und 36 Jahren sind auf der<br />
Wiese im Einsatz. Einige von ihnen haben eine Berufsausbildung<br />
abgeschlossen, einige sind angelernt, aber alle konnten<br />
aufgrund psychischer Probleme oder einer Lernbehinderung<br />
auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht Fuß fassen. Zwei in dem<br />
Trupp arbeiten für die Elbe-Werkstätten, zwei haben einen<br />
Vertrag mit der gemeinnützigen „Das Geld hängt an demn-<br />
Bäumen“ GmbH. Valentino, das Küken, macht erst einmal<br />
ein Praktikum. Aber alle hören, unabhängig vom Arbeitgeber,<br />
auf das Kommando einer Frau. Silke Stölting leitet heute die<br />
Gruppe an. Die 31-jährige Gärtnermeisterin ist resolut, aber<br />
auch feinfühlig im Umgang mit den Männern. Sie hat Geduld,<br />
verlangt ihren Mitarbeitern aber auch etwas ab. „Bei<br />
uns ist der Arbeitstag ein wenig kürzer und das Pensum geringer<br />
als in einem regulären Garten- und Landschaftsbaubetrieb“,<br />
so Silke Stölting. „Aber wir orientieren uns schon am<br />
ersten Arbeitsmarkt.“<br />
<object classid='clsid:D27CDB6E-AE6D-11cf-96B8-444553540000' width='590' height='442'><param name='movie' value='http://www.photoshelter.com/swf/CSlideShow.swf?feedSRC=http%3A%2F%2Fwww.photoshelter.com%2Fgallery%2FG0000RCbtDDm0of8%3Ffeed%3Djson%26ppg%3D1000'></param><param name='wmode' value='opaque'></param><param name='allowScriptAccess' value='always'></param><param name='allowFullScreen' value='true'></param><param name='bgColor' value='#141413'></param><param name='flashvars' value='&bgtrans=f&f_l=t&f_fscr=t&f_tb=f&f_bb=t&f_bbl=&f_fss=off&f_2up=f&f_crp=t&f_wm=t&f_s2f=t&f_emb=f&f_cap=f&f_sln=t&ldest=c&imgT=casc&cred=iptc&trans=xfade&target=_self&f_link=t&f_smooth=f&f_mtrx=t&tbs=5000&f_ap=t&f_up=f&btype=new&bcolor=%23CCCCCC'></param><!--[if !IE]><!--><object type='application/x-shockwave-flash' data='http://www.photoshelter.com/swf/CSlideShow.swf?feedSRC=http%3A%2F%2Fwww.photoshelter.com%2Fgallery%2FG0000RCbtDDm0of8%3Ffeed%3Djson%26ppg%3D1000' width='590' height='442' ><param name='wmode' value='opaque'></param><param name='allowScriptAccess' value='always'></param><param name='allowFullScreen' value='true'></param><param name='bgColor' value='#141413'></param><param name='flashvars' value='&bgtrans=f&f_l=t&f_fscr=t&f_tb=f&f_bb=t&f_bbl=&f_fss=off&f_2up=f&f_crp=t&f_wm=t&f_s2f=t&f_emb=f&f_cap=f&f_sln=t&ldest=c&imgT=casc&cred=iptc&trans=xfade&target=_self&f_link=t&f_smooth=f&f_mtrx=t&tbs=5000&f_ap=t&f_up=f&btype=new&bcolor=%23CCCCCC'></param><!--<![endif]--><a href='http://www.photoshelter.com/gallery/Das-Geld-haengt-an-den-Baeumen/G0000RCbtDDm0of8'><img src='http://www.photoshelter.com/gal-kimg-get/G0000RCbtDDm0of8/s/590' alt='' /></a><!--[if !IE]><!--></object><!--<![endif]--></object></p>
<p>Dass alle hier auf der Wiese arbeiten, verdanken sie einem<br />
Mann, der nicht mit den Händen, sondern mit dem Kopf arbeitet.<br />
Jan Schierhorn, Kommunikationsfachmann und Gesellschafter<br />
einer Marketing-Agentur, saß an einem lauen Sommerabend<br />
im Sommer 2008 in seinem Garten in Groß Borstel<br />
und blickte hinauf in die Äste seines Apfelbaumes. „Was machen<br />
die Leute nur alle mit ihren Äpfeln?“, fragte sich der<br />
42-Jährige. „Wie viel Obst vergammelt hier einfach? Kann<br />
man daraus nicht etwas machen?“<br />
Aus diesen Fragen entstand allmählich die Idee, das Obst<br />
aus den Gärten seiner Nachbarn pflücken zu lassen und daraus<br />
leckeren Saft zu pressen. Und zwar mit Hilfe von Menschen,<br />
die normalerweise nicht so leicht eine Arbeit finden.<br />
Nicht alle in seinem Viertel und in der Bezirksversammlung<br />
fanden seinen Vorschlag einleuchtend, aus Äpfeln Jobs zu machen.<br />
„Am Anfang gab es Buh-Rufe. Es hieß, ich wolle aus Arbeitslosen<br />
Kapital schlagen“, erinnert sich Schierhorn. „Am<br />
Anfang habe ich wohl zu viel ‚ich‘ gesagt und wollte das Pro-<br />
jekt in meinem gewohnten Tempo durchziehen“, räumt der<br />
Unternehmer ein. „Aber im Bereich soziale Arbeit muss man<br />
ein wenig mehr Demut an den Tag legen und den Menschen<br />
auf Augenhöhe begegnen.“<br />
Er war schon kurz davor aufzugeben. Aber schließlich<br />
fand er in den Winterhuder Werkstätten einen Partner, der an<br />
den Vorschlag glaubte und viel Erfahrung mit Menschen mit<br />
Handicap mitbrachte. Der Rest war einfach. Eine Mosterei in<br />
Fintel übernahm das Pressen und Jan Schierhorn sorgte für<br />
professionelles Marketing und ansprechendes Design. „Wir<br />
wollten 500 Flaschen pressen, aber es wurden 9000“, so<br />
Schierhorn. Die Resonanz war überwältigend. Die Nachbarn<br />
standen Schlange, um ihr Obst nicht länger im Garten vergammeln<br />
zu sehen und damit auch noch behinderten Mitarbeitern<br />
Arbeit zu geben.<br />
<a href="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000pE2aqLRRXiA/s/750/750/B101470.jpg"><img src="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000pE2aqLRRXiA/s/750/750/B101470.jpg" alt="" width="581" height="385" /></a></p>
<p>Mit 10.000 Euro Preisgeld von der Körber-Stiftung kaufte<br />
Schierhorn einen Lieferwagen. Damit wird der naturtrübe<br />
Direktsaft aus ungespritztem Obst an Firmen- und Privatkunden<br />
geliefert. Auch im Hamburger Rathaus wird der Saft getrunken.<br />
Das Projekt wurde mehrfach ausgezeichnet. Aus acht<br />
Mitarbeitern wurden 20. Und aus der Apfelernte und dem<br />
Saftvertrieb wurde ein das ganze Jahr arbeitender Garten- und<br />
Landschaftsbaubetrieb. „Ich wollte, dass die Männer das ganze<br />
Jahr über zu tun haben“, so Jan Schierhorn.<br />
„Die Apfelernte ist ein Türoffner“, sagt Gärtnermeisterin<br />
Silke Stölting. „Die Kunden sehen wie wir arbeiten und sind<br />
angetan von unseren Leuten.“ Die Folgeaufträge sind allerdings<br />
nicht immer beliebt bei ihren Mitarbeitern. „Im Moment<br />
müssen wir viel wettern“, stöhnt Simon. Das heißt sie<br />
müssen in den sogenannten Wettern arbeiten, das sind Entwässerungsgräben,<br />
die von Gras befreit werden. Den ganzen<br />
Tag in Schräglage zu stehen, ist anstrengend. „Rasenmähen<br />
und apfelpflücken mag ich viel lieber“, sagt Simon.</p></blockquote>
<blockquote>
<ul>
<li>Das Geld ist DUNKELROT UND SAFTIG  und hängt in Hamburgs Gärten an den Bäumen. Alex (links) und seine Kollegen schütteln es mit langen Stangen von den Ästen. Außerhalb der Apfelerntezeit arbeiten sie als Landschaftsgärtner. Apfelernte bei WIND UND WETTER: Vorsichtig harkt Gärtnermeisterin Silke Stölting die Früchtezusammen, solche mit Stellen sind nicht zu gebrauchen.</li>
</ul>
</blockquote>
<blockquote>
<ul>
<li>Der sympathische 22-Jährige fühlt sich sichtlich wohl bei der Arbeit. Nach der Schule hat er als Lagerist gearbeitet. „Aber das Arbeitstempo war nichts für mich.“ Jetzt ist Simon Apfelspenden können zurzeit leider nicht mehr entgegen genommen werden, denn die Kapazität des Teams ist ausgeschöpft. Die Mitarbeiter freuen sich aber über Saftbestellungen. Ab drei Kisten à sechs Flaschen bekommen Sie frei Haus die Sorten „Nachbars Garten“ aus Äpfeln aus Groß Borstels oder den Elbinsel-Gärten oder „Gott sei Dank“ aus Äpfeln aus Hamburgs Kirchgärten.</li>
<li>Infos und Bestellung: <a href="http://www.dasgeldhaengtandenbaeumen.de/">www.dasgeldhaengtandenbaeumen.de</a></li>
<li>TEXT: SYBILLE ARENDT. FOTOS: MAURICIO BUSTAMANTE</li>
<li>Hinz &amp; Kunzt N° 225 November 2011</li>
</ul>
</blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Abriendo sarcófagos.</title>
		<link>http://busta.visualsociety.com/archives/1758</link>
		<comments>http://busta.visualsociety.com/archives/1758#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 28 Nov 2011 23:58:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mauricio</dc:creator>
				<category><![CDATA[4 PORTRAITS]]></category>
		<category><![CDATA[8 NEWS]]></category>
		<category><![CDATA[Moving Pictures]]></category>

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		<description><![CDATA[El Baile!  este Sábado en el Rote Flora, 3 de diciembre, 22:00 &#8211; 4 de diciembre, 5:00 &#160; PROGRAMA ARRIBA Chell out Zone Para calmar las almas. Sonidos del mas aya! Jurgen Schuett y Sergio Vazques ABAJO Ferchicha The Dirty Inmigrants and its dirty crew (underground inmigrants sounds) Dj Nim (ZZK Records) AL CENTRO Tan [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>El Baile!  este Sábado en el Rote Flora,<br />
3 de diciembre, 22:00 &#8211; 4 de diciembre, 5:00</h3>
<h3><img class="alignnone" src="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000V0h6Q1LnshI/s/750/750/B105061-2.jpg" alt="" width="498" height="750" /></h3>
<p>&nbsp;</p>
<p>PROGRAMA</p>
<p>ARRIBA Chell out Zone<br />
Para calmar las almas.<br />
Sonidos del mas aya!<br />
Jurgen Schuett y Sergio Vazques</p>
<p>ABAJO<br />
Ferchicha<br />
The Dirty Inmigrants and its dirty crew (underground inmigrants sounds)<br />
Dj Nim (ZZK Records)</p>
<p>AL CENTRO</p>
<p>Tan Levin<br />
CUMBIA DUB CLUB &#8211; www.soundcloud.com/petardocumbiadubclub<br />
Super Guachin (ZZK Records) http://www.myspace.com/superguachin<br />
Dj Farrapo http://www.myspace.com/djfarrapo</p>
<p>PA DENTRO.Carlos Calor y mariana</p>
<p>VISUAL<br />
meister Lampe</p>
<p>FOTOGRAFIA<br />
Mauricio Bustamante</p>
<p><a href="http://mauriciobustamante.photoshelter.com/gallery-image/El-Baile-03-12/G0000.3wcTk_uQXU/I0000Fn6vkfcN8G4"><img src="http://www.photoshelter.com/img-get/I0000Fn6vkfcN8G4/s/550/826/ElBaile7.jpg" alt=" (Mauricio Bustamante)" width="504" height="758" border="0" /></a></p>
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		<title>Polnischer Streetworker in Hamburg</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Nov 2011 03:14:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mauricio</dc:creator>
				<category><![CDATA[2 HINZ & KUNZT]]></category>
		<category><![CDATA[Europe]]></category>
		<category><![CDATA[Sozial]]></category>
		<category><![CDATA[Stories]]></category>
		<category><![CDATA[3 HAMBURG]]></category>
		<category><![CDATA[oszteuropäische Obdachlose]]></category>
		<category><![CDATA[Platte]]></category>
		<category><![CDATA[Streetworker]]></category>

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		<description><![CDATA[Schon in den ersten zehn Tagen haben rund 100 Menschen Hilfe bei der neuen Anlaufstelle für EU-Bürger gesucht. Sozialarbeiter Andreas Stasiewicz unterstützt bei Übersetzungen und Behördenterminen – aber auch bei der Rückkehr nach Hause. &#160; Der Bedarf ist so groß, dass Andreas Stasiewicz schon Termine vergeben muss. Seit zehn Tagen bietet der Sozialarbeiter mit einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000BnJfEahf9jc/s/750/750/Bunker-40.jpg"><img class="aligncenter" src="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000BnJfEahf9jc/s/750/750/Bunker-40.jpg" alt="" width="586" height="389" /></a></strong></p>
<p><strong>Schon in den ersten zehn Tagen haben rund 100 Menschen Hilfe bei der neuen Anlaufstelle für EU-Bürger gesucht. Sozialarbeiter Andreas Stasiewicz unterstützt bei Übersetzungen und Behördenterminen – aber auch bei der Rückkehr nach Hause.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Der Bedarf ist so groß,</strong> dass Andreas Stasiewicz schon Termine vergeben muss. Seit zehn Tagen bietet der Sozialarbeiter mit einer Kollegin eine Sprechstunde für EU-Bürger in Hamburg an. Die neue Anlaufstelle in der Spaldingstraße, im selben Gebäude wie das Winternotprogramm der Stadt, ist täglich zwei Stunden geöffnet. „Wir beraten täglich im Schnitt zehn Personen”, sagt Andreas Stasiewicz. Das sind rund 100 Hilfesuchenden in den ersten anderthalb Wochen.</p>
<p><strong></strong><strong> Vor allem aus</strong> <strong>Polen, Bulgarien und Rumänien</strong> kommen sie – Italiener und Spanier waren aber auch schon dabei. Längst sind es nicht nur Wohnungslose, die im Winternotprogramm untergekommen sind, die Stasiewicz und seine Kollegin aufsuchen: „Viele Anfragen kommen von außerhalb.“ So bitten Männer, die in Hamburg leben und arbeiten, um Übersetzungen oder Unterstützung bei amtlichen Anträgen. Obdachlose und Alkoholkranke brauchen Vermittlung zu anderen Hilfeangeboten wie Therapieeinrichtungen. „Das Hauptproblem sind bei allen die Sprachschwierigkeiten“, sagt Stasiewicz, der selbst polnisch, tschechisch und russisch spricht und rumänische und bulgarische Dolmetscher besorgt.</p>
<p><strong>Doch die Geschichten und Probleme</strong> der Hilfesuchenden unterscheiden sich auch, je nachdem, woher sie stammen. Aus Rumänien berät der Sozialarbeiter oft Roma-Familien: „Sie sind vor Diskriminerung oder extremer Armut geflohen.“ Vor allem junge Männer kommen aus Bulgarien. „Sie werden unter falschen Vorraussetzungen nach Deutschland gelockt, mit gefälschten Arbeitsverträgen, für die sie oft hunderte Euro Vermittlungsgebühr bezahlt haben.“ In Hamburg würden sie dann abgesetzt – ohne Unterkunft und ohne Arbeit.</p>
<h6 style="text-align: center"><img src="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000jkIPmttUIW8/s/750/750/B105298.jpg" alt="" width="499" height="750" /></h6>
<h6>Sozialarbeiter Andreas Stasiewicz berät in der neuen Anlaufstelle für EU-Bürger im Schnitt zehn Personen am Tag.</h6>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>„Aus Polen haben wir</strong> <strong>viele</strong>, die zum Beispiel auf dem Bau arbeiten.“ Viele seien alkoholabhängig, so Stasiewicz, und hätten enorme psychische Probleme. Zum Glück gäbe es in Polen – im Gegensatz zu Bulgarien oder Rumänien – ein einigeraßen funktionierendes Sozialhilfe- und Gesundheitssystem. Denn: „Gesund werden können sie nur Zuhause. Was hilft schließlich der beste Therapieplatz, wenn einer sich nicht mit dem Arzt verständigen kann?“</p>
<p><strong>Um Hilfe bei der Rückkehr</strong> in die Heimat werden die Sozialarbeiter immer wieder gebeten. Dabei arbeitet die Anlaufstelle eng mit dem Straßensozialarbeitsprojekt Barka zusammen. Drei Männern, je einem aus Bulgarien, Rumänien und Polen, wurde bereits in der ersten Woche seit Start der Anlaufstelle die Rückkehr in ihre Heimatländer ermöglicht. „Die sind in Hamburg gestrandet und wollten nur wieder nach Hause. Sie waren ganz verzweifelt und haben sogar geweint“, sagt Andreas Stasiewicz.</p>
<p><strong>Seine erste Bilanz</strong> nach anderthalb Woche Beratung von EU-Bürgern: „Der Bedarf ist viel größer als wir gedacht haben. So eine Anlaufstelle wird immer sehr viel zu tun haben – und zwar das ganze Jahr über.“</p>
<p>Quelle: http://www.hinzundkunzt.de/</p>
<h6>10. November 2011</h6>
<p>&nbsp;</p>
<p>Stadtmission startet neues Projekt für Obdachlose</p>
<div>
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<p><strong>Hamburg. Auf Initiative des polnischen Generalkonsulats kümmert sich die Hamburger Stadtmission ab sofort um polnische und osteuropäische Wohnungslose. </strong></p>
<p>Polnischer Streetworker in Hamburg</p>
</div>
<div>Hamburg. Auf Initiative des polnischen Generalkonsulats kümmert sich die Hamburger Stadtmission ab sofort um polnische und osteuropäische Wohnungslose.Gemeinsam mit der polnischen Hilfsorganisation &#8220;Barka&#8221; wurde zum Monatsbeginn ein Streetworker-Projekt gestartet, sagte Ulrich Hermannes, Leiter der Stadtmission, am Freitag in der Hansestadt. Hauptzielgruppe sind einige hundert obdachlose Polen, die sich zum Teil schon seit Jahren ohne Perspektive in Hamburg aufhalten. Seit Anfang November ist darum der polnische Streetworker Stanislaw Szczerba (52) in der Stadt unterwegs.Die Betroffenen haben laut Hermannes kein Einkommen, keine Krankenversicherung, keine Unterkunft und meistens keine deutschen Sprachkenntnisse. Ihr Gesundheitszustand sei in der Regel schlecht, etwa 80 Prozent seien alkoholkrank und verfügten oft über ein hohes Aggressionspotenzial. Die erste Aufgabe von Streetworker Szczerba sei es, die Menschen überhaupt zu treffen, den Kontakt herzustellen und Vertrauen zu gewinnen. &#8220;Dann können weitere Hilfen anlaufen&#8221;, sagte Hermannes.Nach den Worten von Generalkonsul Andrzej Osiak sollen die polnischen Obdachlosen keineswegs mit allen Mitteln in ihre Heimat zurückgeführt werden. &#8220;Wir wollen sie vielmehr in ein selbstbestimmtes Leben zurückholen und sie ermutigen, selbst zu entscheiden, wo sie ihre Zukunft auf eigenen Beinen verbringen wollen&#8221;, sagte er. Dabei würden auch das Konsulat, die Polnische Katholische Mission und diverse in Hamburg ansässige Firmen und Vereine helfen.Osiak zufolge gibt es rund 20.000 Menschen mit ausschließlich polnischer Staatsangehörigkeit in Hamburg. Die Zahl der Obdachlosen unter ihnen sei nicht bekannt, werde aber auf einige hundert geschätzt. &#8220;Es könnten auch 1.000 sein&#8221;, sagte Osiak. &#8220;Barka&#8221; ist eine 1989 gegründete Stiftung, die sich im In- und Ausland um polnische Wohnungslose kümmert. Streetworker Stanislaw Szczerba war zuvor ein Jahr lang für &#8220;Barka&#8221; in London aktiv. Er habe in Hamburg schon ein paar Obdachlose getroffen, die er noch aus London kannte, berichtete er.Das Streetworker-Projekt ist zunächst auf sechs Monate befristet. Die Anschubfinanzierung erfolgte vom Hamburger Spendenparlament mit 15.000 Euro. Projektpartner sind auch die Sozialbehörde, das Obdachlosenmagazin &#8220;Hinz&amp;Kunzt&#8221;, diverse Hilfseinrichtungen und Tagesaufenthaltsstätten in Hamburg. Nach drei Monaten soll eine Zwischenbilanz gezogen und über das weitere Vorgehen entschieden werden.Zur Hamburger Stadtmission gehören neben dem &#8220;Raum der Stille&#8221; im Hauptbahnhof auch die Tagesaufenthaltsstätte &#8220;Herz As&#8221;, das &#8220;Haus Jona&#8221;, das Bischof-Witte-Haus (Seevetal bei Hamburg), die Bahnhofsmission, die City-Seelsorge, der Treffpunkt &#8220;westend&#8221; in Wilhelmsburg und &#8220;Das Kirchencafe&#8221; an der Hauptkirche St. Jacobi.</div>
<div>Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche 07.11.2010</div>
<div>Quelle: http://www.nordelbien.de</div>
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		<title>Der größte Parkfriedhof der Welt, Friedhof Ohlsdorf</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Nov 2011 14:01:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mauricio</dc:creator>
				<category><![CDATA[2 HINZ & KUNZT]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ohlsdorf ist nicht nur der größte Parkfriedhor der Welt, er zählt auch zu den schönsten Gräberanlagen Deutschland. (Awards-Bestattungen.de)</p>
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<p>&nbsp;</p>
<p>Der bekannte Friedhof Ohlsdorf in Hamburg ist der größte Parkfriedhof der Welt. Mit 391 Hektar ist er zudem Hamburgs größte Grünanlage. Rund 450 Gehölzarten wachsen auf dem Friedhof, der von Teichen und Bächen durchzogen wird. Der Friedhof Ohlsdorf wurde 1877 von Friedhofsdirektor Wilhelm Cordes angelegt und soll nicht nur Begräbnisstätte, sondern auch Erholungsraum sein. Viele bedeutende Persönlichkeiten wurden auf dem Friedhof beigesetzt, darunter etwa Hans Albers, Heinz Erhardt und Inge Meisel. Der Ohlsdorfer Friedhof steht allen Konfessionen offen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://mauriciobustamante.photoshelter.com/gallery-image/Ohlsdorfer-Friedhof/G0000ppEW9gmJo4Y/I0000j6uE4N2nw1A/P00002UCbUNw26Hs"><img src="http://cdn.c.photoshelter.com/img-get/I0000j6uE4N2nw1A/s/750/750/Ohlsdorfer-FriedhofAFriedhofOhlsdorf05-100.jpg" alt="" width="595" height="396" /></a></p>
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		<title>Good bye, Armut!</title>
		<link>http://busta.visualsociety.com/archives/1392</link>
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		<pubDate>Sun, 16 Oct 2011 13:31:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mauricio</dc:creator>
				<category><![CDATA[05 Edinburgh]]></category>
		<category><![CDATA[4 PORTRAITS]]></category>
		<category><![CDATA[Armut]]></category>

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		<description><![CDATA[DER 17. OKTOBER IST WELTTAG ZUR BESEITIGUNG DER ARMUT. WOHNUNGSLOSE AUS ALLER WELT ERZÄHLEN, WIE SIE HALT UND OBDACH VERLOREN, AUF DER STRASSE ÜBERLEBTEN UND MUT FÜR EINE BESSER ZUKUNFT SCHÖPFEN (aus Hinz&#38;Kunzt 152) Kati, 30, Melbourne, Australien Von Brisbane nach Melbourne zu ziehen war keine so gute Idee. Ich bin bei einer sehr guten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>DER 17. OKTOBER IST WELTTAG ZUR BESEITIGUNG DER ARMUT. WOHNUNGSLOSE AUS ALLER WELT ERZÄHLEN, WIE SIE HALT UND OBDACH VERLOREN, AUF DER STRASSE ÜBERLEBTEN UND MUT FÜR EINE BESSER ZUKUNFT SCHÖPFEN</strong><br />
(aus Hinz&amp;Kunzt 152)</p>
<p><a href="http://mauriciobustamante.photoshelter.com/gallery-image/Street-Players/G00008FNPtIN5t8E/I0000nJYCjHUCi8U"><img src="http://www.photoshelter.com/img-get/I0000nJYCjHUCi8U/s/550/549/00270003-1.jpg" alt="Melbourne, Australia, 19 lived on the street for 3 months. Lives in a warehouse now, without a kitchen. Wants to move to a squad soon..&quot;I found a job, but without the self-confidence I won by playing football, I wouldn't even have gone to the job interview. In 5 years I want to live on a farm in the mountains, breed chicken and grow vegetables (Mauricio Bustamante)" width="550" border="0" /></a></p>
<p>Kati, 30, Melbourne, Australien</p>
<p>Von Brisbane nach Melbourne zu ziehen war keine so gute Idee. Ich bin bei einer sehr guten Freundin untergekommen, aber nach zehn Tagen hat sie mich rausgeschmissen, obwohl es gar keinen Streit gab. Seitdem habe ich oft Angst vor Menschen. Drei Monate habe ich auf der Straße gelebt. Dann bin ich bei diesem Community Center gelandet, wo man im Garten arbeiten kann – die körperliche Arbeit tut mir gut. Als ich bei der Heilsarmee ein Plakat für Fußballtraining sah, war ich erst viel zu ängstlich, aber inzwischen gehe ich jede Woche zum Training. Das hat mir geholfen, wieder zu kommunizieren. Das Witzige am Sport ist: Du merkst nicht, wie er dir hilft. Außerdem habe ich einen Job in einem vegetarischen Imbiss. Ohne Fußball hätte ich mich gar nicht getraut, mich dort vorzustellen. Aber meine Trainer haben mir Mut gemacht. Genauso bei der Wohnungssuche: Ich hab mir die Hacken abgewetzt, aber will schon mit einer 18-jährigen Obdachlosen zusammenwohnen? Jetzt wohne ich in einer alten Lagerhalle, mit vielen Leuten.</p>
<p><a href="http://mauriciobustamante.photoshelter.com/gallery-image/Street-Players/G00008FNPtIN5t8E/I0000BUhVJQEHyP0"><img src="http://www.photoshelter.com/img-get/I0000BUhVJQEHyP0/s/550/550/sara.jpg" alt="Sara, Portugal,  has suffered from mental illness since childhood. A dysfunctional family life to alcoholism and drug addiction and she spent about two years living in abandoned houses or on the street. Shortly before Edinburgh 2005 she returned her parents house to rebuild her family life. She has finished technical school studying carpentry and decoration. (Mauricio Bustamante)" width="550" border="0" /></a></p>
<p>Sara Coelho, 26, Sintra, Portugal</p>
<p>Seit ich 13 war, bin ich immer wieder weggelaufen, in die Berge oder an den Strand. Eine Zeit lang habe ich in leeren Eisenbahnwaggons gehaust. Das war ein Teil meines Lebens, der mir gefallen hat. Aber dann habe ich Heroin und Koks genommen, absolut wahnsinnige Sachen gemacht. Als ich aufhörte, mich zu waschen, habe ich mir gesagt: Hey, du hast was Besseres verdient. Von einem Tag auf den anderen habe ich mit den Drogen aufgehört. Es war der letzte Moment. Ich habe gespürt, wie es mich ruiniert hat. Ich muss einen Schutzengel haben. Ich bin manisch-depressiv und fand es unfair, dass meine Eltern sich immer Sorgen um mich machten. Deshalb bin ich zu ihnen zurückgekehrt und mache eine Ausbildung zur Holzbildhauerin, studiere nebenher Innenarchitektur. Dafür bekomme ich den staatlichen Mindestlohn von 450 Euro, aber ich liefere das Geld bei meinen Eltern ab. Es ist gefährlich für mich, Geld zu haben. In der manischen Phase kaufe ich lauter unsinnige Sachen. Lieber lebe ich von der Hand in den Mund.</p>
<p><a href="http://mauriciobustamante.photoshelter.com/gallery-image/Street-Players/G00008FNPtIN5t8E/I0000BD5m636w9f4"><img src="http://www.photoshelter.com/img-get/I0000BD5m636w9f4/s/550/550/Players-139.jpg" alt="HO CHUNG BUN.22, HONGKONG.Bis vor drei Jahren habe ich RegierungsgebÃ¤ude.gereinigt. Aber meine Firma hat den Vertrag.verloren; ich habe erst meine Arbeit und dann.meine Wohnung verloren. Ich habe in einem.FuÃ�ballstadion u?bernachtet, mit vielen anderen.Obdachlosen. Du kommst spÃ¤tabends todmu?de.von der Jobsuche dort an, schlÃ¤fst sofort.ein. Morgens um acht musst du schnell wieder.raus, weil die Putzbrigade kommt. Da ist kein.Platz fu?r Gemeinschaft. Aber fu?r mich war das.Schlimmste, keine PrivatsphÃ¤re zu haben; keine.Ku?che. Nach zwei Monaten hatte ich einen.Platz in einem Asyl. Jetzt habe ich wieder einen.Putzjob, fu?r 30 Euro am Tag - aber nur auf Abruf..Vom Staat bekomme ich einen Zuschuss zu.einer kleinen Wohnung, hÃ¶chstens fu?r ein Jahr..Ich suche deshalb einen Zweitjob. Am liebsten.wu?rde ich Bauarbeiter werden. Fu?r eine feste.Stelle wu?rde ich auch nach China gehen. Meine.Freundin wohnt in Taiwan. Wir sehen uns nie..Mein einziger Luxus sind Online-Spiele, fu?r.zwÃ¶lf Euro im Monat. Manchmal spiele ich 24.Stunden am Stu?ck. (Mauricio Bustamante)" width="550" border="0" /></a></p>
<p>Ho Chung Bun, 22, Hong Kong</p>
<p>Bis vor drei Jahren habe ich Regierungsgebäude gereinigt. Aber meine Firma hat den Vertrag verloren; ich habe erst meine Arbeit und dann meine Wohnung verloren. Ich habe in einem Fußballstadion übernachtet, mit vielen anderen Obdachlosen. Du kommst spätabends todmüde von der Jobsuche dort an, schläfst sofort ein. Morgens um acht musst du schnell wieder raus, weil die Putzbrigade kommt. Da ist kein Platz für Gemeinschaft. Aber für mich war das Schlimmste, keine Privatsphäre zu haben; keine Küche. Nach zwei Monaten hatte ich einen Platz in einem Asyl. Jetzt habe ich wieder einen Putzjob, für 30 Euro am Tag – aber nur auf Abruf. Vom Staat bekomme ich einen Zuschuss zu einer kleinen Wohnung, höchstens für ein Jahr. Ich suche deshalb einen Zweitjob. Am liebsten würde ich Bauarbeiter werden. Für eine feste Stelle würde ich auch nach China gehen. Meine Freundin wohnt in Taiwan. Wir sehen uns nie. Mein einziger Luxus sind Online-Spiele, für zwölf Euro im Monat. Manchmal spiele ich 24 Stunden am Stück.</p>
<p><a href="http://mauriciobustamante.photoshelter.com/gallery-image/Street-Players/G00008FNPtIN5t8E/I00009gDJ6uIKkrk"><img src="http://www.photoshelter.com/img-get/I00009gDJ6uIKkrk/s/550/550/Players-135.jpg" alt="Stephanie Johnson, 45, Charlotte/North Carolina, USA, ist seit sieben Monaten obdachlos, lebt in einem verlassenen Kleinbus von rund 1.000 Euro im Monat..,,Ich habe 15 Jahre lang alle Drogen genommen, die es gibt. Davon losgekommen bin ich, indem ich mich gefragt habe, was mein Herz gebrochen hat, mit Gottes Hilfe. Jetzt will ich meinen Sohn seinen Abschluss machen sehen, in Luftfahrttechnik. Er ist ein guter Junge, bekommt ein Stipendium, trinkt nicht. Ich selbst werde mir erstmal wieder einen Kellnerjob suchen und dann eine Wohnung. Dann werde ich mich als Aushilfslehrerin an staatlichen Schulen bewerben.&quot;..Stephanie Johnson, age 45, Charlotte/North Carolina, USA. Is living on the street for 7 month ow. Lives in an abandoned van and needs about 1000 Euro per month..&quot;For 15 years, I abused every existing drug. I got away from them by asking myself with God's help what broke my heart. Now I want to see my son earn his degree in aeronautical engineering. He is a good boy, gets a scholarship, doesn't drink. First of all, I am going to look for a waitress job for myself and then for an appartment. Then I'm going to apply for a job as substitute teacher at public schools.&quot; (Mauricio Bustamante)" width="550" border="0" /></a></p>
<p>Stephanie Johnson, 45, Charlotte, North Carolina, USA</p>
<p>Mein letztes Geld reichte gerade für ein Busticket nach Charlotte. Ein echter Glücksfall: Es gibt wohl keinen besseren Ort in den USA, wenn du obdachlos bist. Die Kirchen geben dir zu essen, die Menschen sind sehr freundlich. Ich schlafe in einem verlassenen Kleinbus, aber das weiß keiner. Ich stehe um fünf Uhr auf und warte, dass die Stadtmission aufmacht, wo ich mich duschen kann. Tagsüber sitze ich im Park oder in der Bibliothek. Die Tasche mit meinen Habseligkeiten verstecke ich. Ich habe 15 Jahre lang alle Arten von Drogen genommen, dabei immer zwei Jobs gehabt. Ich bin clean geworden, indem ich mich gefragt habe, was mir das Herz gebrochen hat – und mit Gottes Hilfe. Mein neues Motto ist: „Kurzes Leben, lange tot“ – ich muss was draus machen. Ich will Vertretungslehrerin werden. Ich habe ein bisschen studiert und kann mich berufsbegleitend weiterbilden. Und ich will erleben, wie mein Sohn das College abschließt. Er wird Flugzeugingenieur. Ein guter Junge: kein Alkohol, kein Sex.</p>
<p><a href="http://mauriciobustamante.photoshelter.com/gallery-image/Street-Players/G00008FNPtIN5t8E/I0000UUqGy_IH44I"><img src="http://www.photoshelter.com/img-get/I0000UUqGy_IH44I/s/550/550/Players-133.jpg" alt="Nazareno Silva, 26, Buenos Aires, Argentinien, war zwei Monate obdachlos, hat inzwischen ein Ein-Zimmer-Haus in einer illegalen Siedlung gekauft, das er mit seiner Frau und zwei Kindern teilt. Als Altpapiersammler und StraÃ�enzeitungsverkÃ¤ufer verdient er rund 85 Euro im Monat..,,Ich will in fÃ¼nf Jahren besser leben als jetzt, will meine Kinder aufwachsen sehen - bloÃ� nicht wieder in den Knast, wo ich nach einem bewaffneten Ã�berfall eineinhalb Jahre gesessen habe.&quot;..Nazareno Silva, age 26, Buenos Aires, Argentinia. Was homeless for 2 months. Since then, he has bought a single-room-house in an illegal settlement, shares it with his wife and two kids. Collecting used paper and selling street papers he earns about 85 Euros per month..&quot;In five years I want to live better than now. I want to see my kids grow up. And no way of going back to jail, where I had been for 1 Â½ year for armed robbery.&quot; (Mauricio Bustamante)" width="550" border="0" /></a></p>
<p>Nazareno Silva, 26, Buenos Aires, Argentinien</p>
<p>Als in Argentinien alles zusammenbrach, habe ich meine Arbeit in einem medizinischen Labor verloren. Weil ich meine Miete nicht bezahlen konnte, hat die Vermieterin meine ganze Habe behalten. Ich habe unter Vordächern geschlafen oder in einer kirchlichen Unterkunft. Dann habe ich mit drei Kumpels einen Supermarkt überfallen, Geiseln genommen. Ich wurde niedergeschossen und bin für eineinhalb Jahre im Knast gelandet. Das passiert mir nie wieder! Ich will meine kleinen Kinder aufwachsen sehen; deshalb habe ich neu angefangen: Tagsüber sammle ich Pappkartons und Dosen, abends verkaufe ich die Straßenzeitung. Dazwischen muss ich noch Sozialauflagen ableisten. Das ist hart, aber mit dem Lohn meiner Frau haben wir es geschafft, ein Häuschen zu kaufen – nur ein Zimmer, mit einer Wolldecke geteilt. Es liegt in einer illegalen Siedlung mitten in der Stadt, in der viele Kugeln fliegen. Mit der Adresse ist es sehr schwer, einen richtigen Job zu finden. Aber in fünf Jahren bin ich eh’ Recycling-Unternehmer!</p>
<p><a href="http://mauriciobustamante.photoshelter.com/gallery-image/Street-Players/G00008FNPtIN5t8E/I0000K20rvznt6Ec"><img src="http://www.photoshelter.com/img-get/I0000K20rvznt6Ec/s/550/550/RicardoPhillips-107.jpg" alt="RICARDO PHILLIPS 17, TORONTO, KANADA...Voriges Jahr sagte meine Mutter plÃ¶tzlich:.,,Wir gehen zuru?ck nach Jamaica.&quot; Ich wollte.nicht. Da gibt es keine Perspektive. Wir hatten.uns zum Abschiedsessen verabredet, aber meine.Mom ist nicht aufgetaucht, zweimal sogar..Bis 16 konnte ich in einer Jugendwohnung.wohnen. Danach habe ich auf einer Parkbank.geschlafen. Ohne meine Schulfreunde wÃ¤re das.kein Leben gewesen. Sie haben mich zum Essen.mit nach Hause genommen und sind bis spÃ¤t.abends bei mir geblieben. Fru?hmorgens waren.sie schon wieder da. SchlieÃ�lich habe ich eine.Notunterkunft fu?r junge Erwachsene gefunden..Da gibt es sogar Taschengeld, 2,50 Euro.am Tag. Aber das Essen ist grauenhaft und alle.Ã¤rgern mich, weil ich der Ju?ngste bin. Neulich.haben sie meine Klamotten geklaut, und, was.das Schlimmste ist: meine Basketballschuhe..Basketball ist es, was mich am Leben hÃ¤lt. Ich.bin so gut, dass ich Chancen auf ein College-.Stipendium habe. Wenn ich meine Mom.anrufe, um ihr zu sagen, wie viele Punkte ich.gemacht habe, sagt sie nur: ,,Junge, bleib' anstÃ¤ndig.&quot;.Aber ich kann ihr nicht bÃ¶se sein. Sie.ist doch meine Mom! Am liebsten wu?rde ich.sie irgendwann zuru?ck nach Kanada holen. (Mauricio Bustamante)" width="550" border="0" /></a></p>
<p>Ricardo Phillips, 17, Toronto, Kanada</p>
<p>Voriges Jahr sagte meine Mutter plötzlich: „Wir gehen zurück nach Jamaica.“ Ich wollte nicht. Da gibt es keine Perspektive. Wir hatten uns zum Abschiedsessen verabredet, aber meine Mom ist nicht aufgetaucht, zweimal sogar. Bis 16 konnte ich in einer Jugendwohnung wohnen. Danach habe ich auf einer Parkbank geschlafen. Ohne meine Schulfreunde wäre das kein Leben gewesen. Sie haben mich zum Essen mit nach Hause genommen und sind bis spät abends bei mir geblieben. Frühmorgens waren sie schon wieder da. Schließlich habe ich eine Notunterkunft für junge Erwachsene gefunden. Da gibt es sogar Taschengeld, 2,50 Euro am Tag. Aber das Essen ist grauenhaft und alle ärgern mich, weil ich der Jüngste bin. Neulich haben sie meine Klamotten geklaut, und, was das Schlimmste ist: meine Basketballschuhe. Basketball ist es, was mich am Leben hält. Ich bin so gut, dass ich Chancen auf ein College-Stipendium habe. Wenn ich meine Mom anrufe, um ihr zu sagen, wie viele Punkte ich gemacht habe, sagt sie nur: „Junge, bleib’ anständig.“ Aber ich kann ihr nicht böse sein. Sie ist doch meine Mom! Am liebsten würde ich sie irgendwann zurück nach Kanada holen. </p>
<p>Protokolle: Jan Kahlcke</p>
<p>Hinz &amp;Kunzt 152/Oktober 2005</p>
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